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Conker Live & Reloaded (+ Update²)

November 26, 2006

Der gute alte Conker in neuem Gewand und nach einer Frischzellenkur? Naja, nicht so ganz….

Nicht wenige werden sich an gute alte Zeiten auf dem N64 erinnern. Damals, als die Welt noch (fast) in Ordnung war und vor allem die Firma „Rareware“ exzellente Spiele am laufenden Band raus gehauen hat (na gut, wenn sie mal ein Spiel raus brachten). Und gegen Ende der N64-Ära erschien auch „Conker´s Bad Fur Day“. Das sorgte nicht nur mit seinem harten Ton und dem abartigen Treiben für Aufsehen – kritisch betrachtet war es spielerisch nicht mal ansatzweise so tiefgründig und gut gelungen wie etwa „Banjo-Kazooie“ oder dessen Nachfolger.

Jetzt, eine halbe Ewigkeit später, hat die Videothek meines Vertrauens „Conker Live & Reloaded“ gebraucht für die XBox zu verkaufen gehabt. Ich musste es natürlich mitnehmen, weil ich mich daran erinnern kann, dass „viele Stellen entschärft worden seien“ und der Schwierigkeitsgrad allgemein etwas herab gesetzt wurde. Außerdem sollte das ganze Spiel neu überarbeitet werden UND einen Multiplayer erster Güte beinhalten (sonst wäre er kaum im Titel enthalten -> „live“).

Nun gut… Ich fange ein neues Spiel an. Jawoll, die Grafik wurde etwas aufgebohrt. Ich hab zwar schon Schöneres gesehen, aber der beabsichtigte Stil wurde auch voll eingehalten. Leider sind alle Gespräche 1:1 vom N64 übernommen – nur die Soundqualität ist an sich besser, weil der Sound jetzt ja von einer DVD und nicht von einer Kassette kommt. Doch das alles ist nicht das Problem…

Nach wenigen Minuten erhält man wie damals die Bratpfanne. Das Erhalten an sich ist leicht abgeändert, aber prinzipiell ist es gleich. Ich drück auch gleich den B-Knopf und will den Schlüssel außer Gefecht setzen, da macht sich auch schon das erste Grauen breit: IMMER, wenn man die Pfanne raus holt, wandert die Kamera automatisch hinter Conker und man straft, statt sich wie früher normal zu bewegen. Gut, daran kann man sich gewöhnen.

Erste Aufgaben, wie das Zurückerobern des Hives, kommen einem sehr bekannt vor, allerdings laufen jetzt ÜBERALL so komische Gestalten rum, die sich bei Annäherung zum Ball mit Stacheln dran zusammen rollen. Gut, dass die Kollisionsabfrage _so richtig_ beschissen ist und gut, dass man mit der Pfanne bzw. dem Baseballschläger eine Nahkampfwaffe hat. Kurioserweise sind die komischen Viecher mal nach einem, mal erst nach 5 Schlägen besiegt. Bis dahin bricht aber in den meisten Fällen unter Garantie ein Großteil der 6 Stücke umfassenden Schokolade von der Tafel ab, die die Lebensenergie symbolisiert.

Einige Abschnitte später, sobald es in Sachen Jump’n'Run erstmals richtig zur Sache geht, macht sich dann auch spätestens die Kamera des Todes bemerkbar: Quasi IMMER nervt die derzeitige Einstellung und man ist mehr mit Nachjustieren als dem Spielen an sich beschäftigt. Das hab ich noch nie dermaßen beschissen erlebt! Dazu gesellen sich altbekannte, sehr logische Eigenheiten, wie z. B. die Tatsache, dass Conker (ein verkacktes EICHHÖRNCHEN!!) ab einem Fall aus ca. 2 m Höhe unsanft landet und Schokolade verliert. Ich meine, Mario ist ein Mensch und ein fetter Klempner, der überlebt Stürze aus anormalen Höhen und ich selbst hab schon Eichhörnchen gesehen, die nach einem Sprung aus 5 m hohem Geäst legere auf den Füßchen landen und dann normal weiter rennen, als ob nichts wäre. Bei SOLCHEN Aspekten hätte man nachbessern sollen.

Und diese o. g. Stachelwesen haben die netten Menschen von der Insel dann auch gleich überall hingesetzt, wo es nur grade möglich war. Man durchquert einen Bach aus Scheiße… und auf schmalen Holzstegen darüber laufen Stachis. DAS endete schließlich dort, wo man die Zahnräder zurück holen soll. Es fährt eine Plattform nach oben und was wartet da? Richtig, ein Stacheltier. Unnütze Kamera beim Kämpfen inklusive, selbstverständlich. Gut, Spiel aus, Arsch lecken.

Spiel wieder an… Da war doch noch der Multiplayer. Ich hab 5 verschiedene Runden oder so ausprobiert und am ehesten lässt sich das mit „Day of Defeat“ von Steam vergleichen. (BTW, ich konnte nur mit Bots spielen.) Alle-gegen-alle oder sowas hab ich nicht gesehen, nur „hol die Flagge“, „hol den Riesendauerlutscher“ und „nehmt die gegnerische Basis ein“. Waffen findet man dort keine, man muss sich vielmehr vor dem Spiel für eine „Figur“ samt Bewaffnung entscheiden. Diese Bewaffnung fällt eigentlich immer erbärmlich aus und in Kombination mit DER Steuerung (man kann nur mit Klicken des linken Sticks springen und befindet sich im Dauer-Strafe-Mode) macht das alles auch nicht wirklich Spaß. Kann sein, dass man die Steuerung umstellen kann, aber das hat mich jetzt auch nicht mehr interessiert, zumal es so oder so nicht die Krönung ist, gegen Bots zu spielen…

Wir fassen zusammen: Rare hat es auf ganz spezielle Art und Weise geschafft, ein N64-Spiel, dass spielerisch schon nicht gut war, noch mal zu verschlechtern und ALLE Späße 1:1 zu kopieren, sodass jeder Kenner des Originals ruhigen Gewissens seine Eros stecken lassen kann. Ich sag mal: Gut, dass ich mir nicht Grabbed by the Ghoulies angeguckt habe. Möge Rare in Frieden in meiner Erinnerung ruhen!

3/10

UPDATE: Hab jetzt den Single Player mit Kollege Russell zusammen komplett durchgespielt. Nach 10 h hat sich mein Eindruck nicht entscheidend verändert; das Spiel ist als Spiel Müll und es wurde mehr falsch als richtig gemacht. Andererseits ist die Präsentation, die Grafik, der Sound und die Story aber dermaßen gelungen, dass man das Spielchen gesehen haben muss. Und genau das ist auch das Beste, was man machen kann: Lasst es von einem spielen, der es kann und guckt nur zu – ist wie ein GUTER Film! :)

Besonders beeindruckt hat mich übrigens der Abschnitt kurz vor´m Friedhof, wo man die Shotgun bekommt. Grafisch ist das schon beängstigend gelungen und übrigens: Bis auf den Anfang, wo es ganz kleine Änderungen am Spiel gibt, ist alles beim Alten geblieben.

Den Multiplayer konnte ich immer noch nicht wirklich testen. Wenn dies geschehen sein sollte, kann ich ja munter weiter updaten. ;)

FAU! Ich hab das WICHTIGSTE vergessen! IMO ist eine Sache aus CL&R eine völlige Neuheit: In Fledermaus-Gestalt gibt es eine „Arschloch-Sicht“, mit der man gezielt die Villagers mit Scheiße bombardieren kann. Ich dachte erst, dass seien die verkrüppelten Augen der Fledermaus – herrlich, der Einfall mit DER Sicht!

4 Kommentare

  1. Scheint als ob ich Glück gehabt habe, daß es damals nicht vorrätig war. *phew*


  2. Also, der Hammer ist es wirklich nicht. Vor allem, wenn man das N64 Spiel kennt. Wenn man das NICHT kennt, lohnt sich die Anschaffung für 15 Euro bestimmt, was aber aus Conker allgemein (egal, ob N64 oder Box) kein gutes Spiel im Sinne von „Spiel“ macht.


  3. Ich fühle mich geehrt ;)
    Steuerung+Kamera sind verkackt. Der „Mensch“ der das programmiert hat gehört, von allen Leuten die es gespeilt haben, verprügelt. Trotzdem mag ich es und das neue Gewand steht ihm gut.


  4. Ich sag nur: Sprengen, die Insel! :D

    Falls ich mal Grabbed by the Ghoulies für nen Fünfer sehe, nehm ich das auch noch ins Box-Sortiment auf. Ich sag dir dann Bescheid, wenn du zocken kommen kannst ;)



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